Von heute

„Schätze“ auf dem Dachboden der Grundschule

Foto: Ina Geßner
Foto: Ina Geßner

Warum öffnet sich anderen Schülerinnen und Schülern eine ansonsten verschlossene, kaum beachtete Tür? Was machen sie da auf dem Dachboden? Erwartet sie dort etwas Außergewöhnliches? Warum dürfen wir nicht auch die steilen Stufen hinaufsteigen? So oder so ähnlich fragten sich wohl einige Erst- und Zweitklässler/innen, die am Montag dieser Woche in der Grundschule am Standort Hohengehren für ihre Lernmaterialien für das kommende Schuljahr anstanden. Denn am Vormittag des 20. Juli wurde abermals die „Schatzkammer“ auf dem Dachboden des Schulgebäudes geöffnet, und zwar wie vor zwei Jahren für eine Klasse 4 c. Die Absicht der Klassenlehrerin Ina Geßner und zweier Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins war es erneut, den Kindern, die in wenigen Wochen auf weiterführende Schulen wechseln, einen Einblick in die Lebenswelt früherer Generationen auf dem Schurwald zu vermitteln. Die 21 Jungen und Mädchen zeigten sich sichtlich beeindruckt von den vielen auf dem Dachboden gelagerten Gegenständen aus den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe. Sie stellten etliche Fragen, die Werner Lang (der „Bot“) kundig beantworten konnte, wussten aber auch schon selbst einiges. Vielleicht wurde auch manches Kind nachdenklich bei dem Gedanken, wie hart die Menschen in früheren Zeiten für ihren Lebensunterhalt arbeiten mussten. Für die Klasse 4c war der Besuch des Dachbodens und seiner Schätze möglicherweise ein Erlebnis, das nachwirkt. (auh)

DORFNACHRICHTEN AKTUELL Nr. 30/2026 vom 24. Juli 2026


„Ich hätte noch eine Stunde zuhören können.“ – Zum Vortrag von Manfred Waßner am 16. Juni 2026

Foto: Werner Lang
Foto: Werner Lang

Am frühen Abend des 16. Juni fand der dritte und leider letzte Vortrag des Kreisarchivars Manfred Waßner anlässlich einer kleinen Vortragsreihe statt, an deren Ende am 9. Oktober im Kulturzentrum die Präsentation eines neuen Heimatbuches für beide Gemeindeteile stehen wird. Ort des Vortrags war diesmal wieder das Bürgerhaus in Hohengehren, wo alle verfügbaren Plätze um 19 Uhr vom Publikum besetzt waren. Nach den obligatorischen kurzen Begrüßungen durch den Bürgermeister Simon Schmid und das Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Werner Lang entführte Waßner die Zuhörerschaft auf den Schurwald vor mehr als 200 Jahren. Er spannte dabei den Bogen von der Entwicklung Württembergs unter seinen Herrschern Friedrich und Wilhelm zu Beginn des 19. Jahrhunderts über die Lebensverhältnisse der Bevölkerung in Baltmannsweiler und Hohengehren in der damaligen Zeit hin zur Abwanderung vieler Menschen aus den beiden Dörfern ab der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Die Anfänge des Königreichs Württemberg sind eng mit der hegemonialen Politik des französischen Kaisers Napoleon I. verbunden. Zuerst Herzog, dann Kurfürst und seit dem 1. Januar 1806 König, befand Friedrich sich anfangs in einer Art Zwickmühle zwischen Reichstreue und Bündnis mit Napoleon. Es gelang ihm aber, stets auf die Siegerseite zu wechseln, so während der Völkerschlacht bei Leipzig Mitte Oktober 1813, als die württembergischen Truppen zur antifranzösischen Allianz überliefen. Auf diese Weise vermochte er sowohl sein Territorium als auch dessen Bevölkerungszahl erheblich zu vergrößern und dann auch zu behalten. Infolge der Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 hatte das Noch-Herzogtum Württemberg als Entschädigung für verlorene linksrheinische Besitzungen (Beispiel Mömpelgard) nun verweltlichte Kirchengüter erhalten, vor allem in Oberschwaben.

Außerdem waren bisherige Freie Reichsstädte wie Esslingen, Reutlingen oder Ulm mit teilweise großen Landgebieten an die neue Herrschaft gefallen. In der Folgezeit waren weitere Gebiete wie Vorderösterreich und bislang selbständige Fürstentümer wie Hohenlohe, Fürstenberg und Waldburg hinzugekommen. Ziel König Friedrichs war nun die Bildung eines straff organisierten einheitlichen Staatswesens und die Formung eines württembergischen Volkes aus den bisherigen und den neuen Untertanen. Er begann 1806 mit einer radikalen Verwaltungsreform, z. B. der Einteilung des gesamten Landes in etwa gleich große Oberämter. Schwierig gestaltete sich jedoch die Integration der großen neuen Gebiete mit überwiegend katholischer Bevölkerung.

Friedrichs Sohn, König Wilhelm I., musste mit dem Beginn seiner Regentschaft zunächst vorrangig die Landwirtschaft reformieren. In seinem Land herrschte nämlich eine große Hungerkatastrophe, ausgelöst durch den Ausbruch des Vulkans Tambora östlich von Java im heutigen Indonesien im April 1815. Es kam deshalb 1816 zum „Jahr ohne Sommer“, dem zweitkältesten Jahr seit 1400, mit Unwettern und Überschwemmungen, was Missernten und dadurch bedingt extrem hohe Lebensmittel- und Futterpreise zur Folge hatte. Die Menschen, vor allem die sowieso schon von Armut betroffenen, hatten wenig bis nichts zu essen und starben vermehrt an Hunger, Erschöpfung und Krankheiten wie Typhus und Cholera. Um dieser Not zu entgehen, wanderten viele ins Zarenreich aus. Dabei nahmen sie die beschwerliche und lebensgefährliche Reise ab Ulm auf der Donau bis ans Schwarze Meer auf sich, um dann auf dem Landweg weiter nach Südrussland zu ziehen. Waßner zeigte anhand der Einwohnerentwicklung von Baltmannsweiler und Hohengehren, dass auch diese beiden Ortschaften von der schwierigen Situation im Land betroffen waren und viele Menschen ihren angestammten Wohnort verließen. Der Kreisarchiv streifte zudem Aspekte wie Weide- und Stallhaltung des Viehs oder das Recht zum Laubrechen im Wald.

Einen großen Raum nahm zum Abschluss des Vortrags das Thema Abwanderung aus den beiden Schurwalddörfern ein. Unzählige Menschen verließen demnach damals ihren Wohnort, zumeist aus wirtschaftlichen Gründen. Sie zogen in die nähere oder weitere Umgegend oder verließen Württemberg, ja Europa für immer, zunehmend nach Nordamerika. Manche stellten ganz legal Anträge auf Entlassung aus der württembergischen Staatsbürgerschaft, um die Heimat verlassen zu können, viele verschwanden aber ohne dieses bürokratische Prozedere allein oder mit Familie aus dem Ort. Waßner illustrierte anschaulich die Emigration anhand von Auswandererschicksalen aus Baltmannsweiler, die Erfolg und Scheitern dieser Menschen in den Vereinigten Staaten zeigten. Er beschrieb anhand eines Zeitzeugenberichts die Strapazen der Überfahrt an die Ostküste Nordamerikas, oft nach Pennsylvania, wo bereits Angehörige oder Bekannte der Ankommenden lebten. Agenten, die in Zeitungen für Fahrten über den Atlantik ins „Gelobte Land“ warben und mitunter auch in betrügerischer Absicht handelten, fanden ebenfalls Erwähnung.

Die Äußerung „Ich hätte noch eine Stunde zuhören können“ vernahm man nach dem Vortrag mehr als einmal – es gibt wahrlich kein besseres Urteil aus Besuchermund. Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins sorgten erneut für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung, dabei fand die zum Thema passende Dekoration der Tische besondere Aufmerksamkeit. Der Dank gilt wieder den vielen helfenden Händen, auch denen im Hintergrund. (auh)

DORFNACHRICHTEN AKTUELL Nr. 26/2026 vom26. Juni 2026


Furchtbare Zeiten. Vortrag des Kreisarchivars Manfred Waßner am 28. April 2026

Vollbesetzter Gemeindesaal (Harald Schickler)

Am frühen Abend des 28. April, diesmal jedoch im Evangelischen Gemeindehaus in Baltmannsweiler, war es wieder soweit: Im Rahmen einer vierteiligen Vortragsreihe zur Geschichte der beiden Schurwalddörfer Baltmannsweiler und Hohengehren lud der Kreisarchivar Manfred Waßner die zahlreich erschienene Einwohnerschaft zu einer erneuten Reise in die Vergangenheit ein. Drehte sich das Thema des ersten Vortrags um die örtlichen Verhältnisse im ausgehenden Mittelalter, so lag der Schwerpunkt diesmal auf dem 17. und 18. Jahrhundert. Genauer gesagt: auf den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des sogenannten Dreißigjährigen Krieges auf Mitteleuropa, insbesondere auf das damalige Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Den detailliert dargelegten Verlauf dieses fürchterlichen Krieges auf deutschem Boden stellte der Redner an den Anfang seines Vortrages, er soll an dieser Stelle nur knapp zusammengefasst werden.

Die militärische Auseinandersetzung begann 1618 zunächst vor dem Hintergrund der in jenen Jahrzehnten tobenden Religionskriege als ein mit Waffengewalt ausgetragener Konflikt der beiden großen christlichen Konfessionen. Sie wurde jedoch sehr bald zu einem Krieg, in dem es sowohl um die Machtinteressen des Kaisers und der Fürsten beziehungsweise Stände im Reich als auch zunehmend um die Begehrlichkeiten ausländischer Staaten ging. Leidtragende waren (wie so oft) die Menschen in den Gebieten, durch die die Söldnerheere der protestantischen Union und der katholischen Liga, später auch die der Schweden und Franzosen zogen. Die Kofessionszugehörigkeit spielte schon längst keine Rolle mehr.

Nach der Schlacht bei Nördlingen am 5./6. September 1634, die mit einer katastrophalen Niederlage der schwedischen Truppen endete, verlagerte sich der Schwerpunkt des Krieges von Bayern und Franken nach Schwaben und Württemberg. Vor allem das zuvor weitgehend verschont gebliebene Herzogtum Württemberg, das daher noch einen gewissen Reichtum aufzuweisen hatte, wurde in der Folgezeit von durchziehenden und einquartierten Soldaten stark in Mitleidenschaft gezogen. Dabei wurden Städte und Dörfer abseits der Heerstraßen ebenfalls von marodierenden Soldaten zuerst geplündert, dann zerstört oder niedergebrannt, die Bewohner und Bewohnerinnen gequält und oft auch umgebracht. Zu all diesem Elend traten auch noch Seuchen wie die Pest hinzu, die unzählige Personen dahinrafften.

Kreisarchivar Manfred Waßner (Harald Schickler)

Der Leitspruch „Der Krieg ernährt den Krieg.“ (aus Friedrich Schillers Drama „Wallenstein“) betraf wohl auch die beiden Dörfer auf dem Schurwald, für die jedoch nur ganz wenige Unterlagen zu jenen Kriegsjahren vorliegen. Eine interessante Quelle ist dabei das Kirchenbuch der damaligen Zeit. Aus den Tauf- und Sterbeeinträgen, die von dem Hohengehrener Pfarrer Daniel Wehrle nachträglich vorgenommen wurden, aber nur sehr unzulänglich die große Lücke der Vermerke ab 1635 schließen, geht hervor, dass die Einwohnerschaft beider Orte in erschreckendem Maße dezimiert worden sein muss. Viele Menschen flohen wohl in das nahegelegene befestigte Esslingen, und erst etwa 100 Jahre nach dem Friedensschluss von Münster und Osnabrück 1648 hatten die beiden Dörfer in etwa wieder die Einwohnerzahl wie vor dem Krieg. Im Jahr 1648 setzten in Baltmannsweiler überdies fremde Soldaten auch die Aegidiuskirche in Brand. Die Pfarrei blieb bis zum Wiederaufbau der Kirche im Jahr 1680 unbesetzt, sodass die Gläubigen zum Gottesdienst nach Hohengehren gehen mussten.

Zum Schluss seines Vortrags ging der Kreisarchivar noch kurz auf das kleine Jagdschloss im ehemaligen Wildpark ein. Der sich als absolutistischer Herrscher gebende württembergische König Friedrich ließ es 1816 erbauen, sein Sohn Wilhelm I. verkaufte es 1839 auf Abbruch an die Gemeinde Altbach. Der Fachwerkbau wurde niedergelegt, nach Altbach gebracht und dort als klassizistisches Rathausgebäude wieder aufgerichtet. Seine Funktion als Rathaus und Verwaltungssitz ist aber inzwischen auch Geschichte.

Wiederum ist neben dem vortragenden Kreisarchivar auch den Helfenden aus den Reihen des Heimat- und Geschichtsvereins zu danken. Sie sorgten nämlich abermals mit Getränken und Fingerfood dafür, dass der Vortragsabend nicht nur ein kulturhistorischer Genuss wurde. (auh)

DORFNACHRICHTEN AKTUELL Nr. 19/2026 vom 8. Mai 2026


Ausflug des Heimat- und Geschichtsvereins am Sonntag, 19. April 2026

Großheppach. Gruppenfoto auf der Luitenbächer Höhe (Nadie Grimme)

Gute Planung und Organisation, angenehmes Wetter, leckeres Essen und neue kulturelle Erkenntnisse sind wünschenswerte Bestandteile für den Ausflug eines Heimat- und Geschichtsvereins. Alle diese Voraussetzungen erfüllten sich nach Ansicht des Berichterstatters am Nachmittag des 19. April, als 21 Mitglieder des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins ihren Blick ins nahe Remstal richteten. Das Ziel der Fahrgemeinschaften per PKW oder E-Bike war zunächst Endersbach, wo das dortige überaus sehenswerte Heimatmuseum besucht wurde.

Laut der Homepage des Museums ist das Fachwerkhaus „Im Pflaster 14“ das älteste Gebäude im Ort und beherbergt seit 18 Jahren das Museum, den es tragenden Förderverein gibt es schon seit 20 Jahren. Zu bestaunen sind im Haupthaus Küche, Wohnstube und Schlafstube, ausgestattet mit Möbeln des 18. bis 20. Jahrhunderts, zudem Abteilungen zum historischen Textilhandwerk, zu Haushalt, Handwerk und Gewerbe. In der großen Scheune finden sich landwirtschaftliche Geräte aller Art und eine Sammlung von Fahrzeugen aus dem 19. Jahrhundert. Eine kleine Scheune ist den Themen Wein- und Obstbau gewidmet. Ein kundiges Mitglied des Vereins zeigte den interessierten Gästen vom Schurwald alle Räumlichkeiten und informierte sie auf allerbeste Weise, gewürzt auch mit humorigen Bemerkungen. Im Anschluss an die über einstündige Führung gab es im „Museumsstüble“ Kaffee und frischgebackenen Kuchen sowie eine Torte als Belohnung für die gezeigte Aufmerksamkeit der Besuchenden.

Endersbach Eingang Museum (Nadine Grimme)

Weiter ging es nach Großheppach zum Parkplatz der dortigen Prinz-Eugen-Halle, dem Ausgangspunkt für eine kleine Wanderung zum Aussichtspunkt „Luitenbacher Höhe“, wo bei frischem Wind ein Teil des Remstals überschaut werden konnte. Nach kurzem Aufenthalt war das abschließende Ziel der gemütliche Gewölbekeller im „Weinkeller Schäfergässle“, dort wurde der Ausflug bei leckeren schwäbischen Gerichten und angeregten Gesprächen gegen 20 Uhr beendet.

Den Organisatoren Thomas und Martha Ebner sei herzlich gedankt für die gelungene Veranstaltung am Sonntagnachmittag und -abend. (auh)

Erschienen in DORFNACHRICHTEN aktuell Nr. 17 vom 24.04.2026


40 Jahre Bürgerhaus
Ein Fest der Gemeinschaft und Lebensfreude

Am Sonntag,12.04.2026  feierte unser Bürgerhaus ein beeindruckendes Jubiläum: Seit 40 Jahren ist es der lebendige Mittelpunkt unserer Gemeinde. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um diesen besonderen Meilenstein in festlichem Rahmen zu würdigen.

Das Programm bot eine gelungene Mischung aus Rückblick und Ausblick. In spannenden und persönlichen Vorträgen ließen Kriemhilde und Walter Stürzl, sowie auch unser Bürgermeister Simon Schmid die Geschichte des Hauses Revue passieren – von den ersten Planungen bis hin zu seiner heutigen Bedeutung als Treffpunkt für Jung und Alt. Dabei wurde deutlich: Das Bürgerhaus ist weit mehr als nur ein Gebäude; es ist ein Ort der Begegnung und des Zusammenhalts.

Besonders beeindruckend war das große Engagement der mitwirkenden Vereine,

Posaunenchor Hohengehren, Akkordeonorchester Baltmannsweiler, sowie der Liederkranz mit Männerchor und Joy of Music mit tollen musikalischen Einlagen.

Dank der vielen großzügigen Kuchenspenden konnte ein Buffet zusammengestellt werden, das keine Wünsche offenließ und zum gemütlichen Verweilen einlud. Die ausgelassene und schöne Stimmung im voll besetzten Saal zeigte einmal mehr, wie tief das Haus in unserer Gemeinschaft verwurzelt ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die zum Gelingen dieser Feier beigetragen haben. Text: S. Lang

Erschienen in DORFNACHRICHTEN Aktuell Nr. 16 vom 17.04.2026


Eine Reise in die Vergangenheit

Am Dienstag, 03.03.2026 um 19:00 Uhr fiel im Bürgerhaus von Hohengehren der Startschuss zu einer vierteiligen Vortragsreihe über das Leben unserer Vorfahren in den beiden Schurwaldorten Baltmannsweiler und Hohengehren. Auf die etwa einstündige Reise in die Zeit vor 500 Jahren nahm die Zuhörenden im sehr gut gefüllten Saal der Kreisarchivar Manfred Waßner mit.

Fachlich versiert und mit bisweilen humorvollen Bemerkungen zeichnete er ein Bild des Waldes, das mit der heutigen oft romantisch verklärten Sicht wenig bis gar nichts zu tun hatte. Der Wald bildete die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen im Mittelalter und wurde dementsprechend intensiv, ja exzessiv genutzt: Er lieferte Holz für den Hausbau, die Wärme im Winter und die benötigten Materialien des Handwerks. Er war beispielsweise von großer Bedeutung für die Köhlerei und die Glashütten, die es auf dem Schurwald gesichert gab. Er war begehrt für die Jagd, damals ein Privileg des Adels, Wilderei des einfachen Volkes wurde teils drakonisch bestraft. Auf dem Schurwald konkurrierten die Interessen der nahen Reichsstadt Esslingen und der umliegenden adligen Herrschaften und Klöster, genannt sei das Kloster Denkendorf.

Der Vortrag machte Appetit auf die nächsten drei Vorträge mit dem Höhepunkt Anfang Oktober, wenn im Kulturzentrum Baltmannsweiler auch das neue Heimatbuch vorgestellt werden soll. Der Dank für den rundum gelungenen Vortragsabend gebührt der Gemeinde und den wie stets fleißigen Helfenden aus den Reihen des Heimat- und Geschichtsvereins. Diese sorgten sowohl für die ausreichende Bestuhlung als auch die dem Thema angemessene Dekoration sowie das leckere Büfett.

Natürlich gilt das Dankeschön in erster Linie dem Reiseleiter Manfred Waßner für den Ausflug in die Geschichte. (auh)


Kino 2.0 im Seniorenzentrum Baltmannsweiler

Am Sonntagnachmittag, 22. Februar 2026 haben wir auf Initiative von Manuela Zoller und auf Wunsch einiger Bewohner, die historischen Filme unseres Kinoabends im Oktober, im Seniorenzentrum vorgeführt.

Aufmerksam schauten sich alle die Kurzfilme an und hier und da hörte man ein „den kenn ich“ oder „das weiß ich noch“ … Das „Kino“ sorgte für etwas Abwechslung für die Bewohner und kam gut an.

Für uns vom Heimatverein, wie auch für Manuela und Willi Zoller war es eine Herzensangelegenheit, den älteren Menschen eine kleine Freude zu bereiten.

Das Klatschen am Ende der Vorstellung war eine wunderbare Bestätigung.

Vielen Dank auch an die Leitung und die Mitarbeiter des Seniorenzentrum, die diesen Nachmittag möglich gemacht haben und an Samuel Kuhlmann für die Technik. 

Bild/Text Sabine Lang


Rückblick auf den Weihnachtsmarkt am 30. November 2025

Petrus meinte es am Sonntag wahrlich nicht gut mit dem Weihnachtsmarkt in Baltmannsweiler. Doch trotz Kälte und einer nur etwa zwei Stunden dauernden Regenpause war das Interesse der Bevölkerung überaus erfreulich. Der Heimat- und Geschichtsverein beteiligte sich diesmal sogar mit zwei Ständen: Ein „Hingucker“ war dabei ein Postamt, das von dem Postbeamten Werner Lang (bekannt als „Bott“) in inzwischen historisch zu nennender Uniform präsentiert wurde. Frankierte nostalgische Weihnachtskarten konnten in einen kleinen stilvollen blauen Briefkasten eingeworfen werden. Sie sollten dem Christkind in Engelskirchen oder dem Weihnachtsmann in Himmelpfort geschickt werden. Außerdem konnten ein Jahreskalender 2026 mit historischen Aufnahmen, Motivtassen u. a. erworben werden.

Am zweiten Stand gab es der Jahreszeit und dem Anlass entsprechend frisch gebrannte Mandeln, Glühmost und Kinderpunsch. Der Zuspruch seitens der Gäste war erstaunlich gut, alle freuten sich offenkundig auf die wärmenden Getränke. Ein Dank gebührt den Vereinsmitgliedern, die in gewohnter Weise tatkräftig dazu beitrugen, dass dem Wettergott Paroli geboten werden konnte. Ein weiteres Dankeschön geht an die Gemeinde Baltmannsweiler für die Bereitstellung der Stände und für die stabile Stromversorgung. (auh)

Erschienen in DORFNACHRICHTEN aktuell Nr. 49 vom 05. Dezember 2025

Bilder: S. Burger


Ein Blick in die Hohengehrener Postgeschichte

Am Vormittag des 22. Juli öffnete sich für über 30 Erstklasskinder der beiden Grundschulstandorte die Tür zum ehemaligen Postamt in der Lautergasse 26. Die Absicht der begleitenden Lehrerinnen und der Sozialarbeiterin sowie dreier Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins war es, den Jungen und Mädchen einen Einblick in die für sie heutzutage oft fremde Welt des Postverkehrs zu vermitteln. Die Kinder zeigten sich sichtlich überrascht und beeindruckt von der Menge der ausgestellten Gegenstände. Zu sehen gab es beispielsweise eine enge Telefonkabine, einen altertümlichen Telefonapparat mit Wählscheibe, das Innenleben eines amtlichen gelben Briefkastens oder einen Hammerstempel, mit dem den geschickten Kinderhänden ein Stempelabdruck auf einem Stück Papier gelang. Ein besonders eindrückliches Erlebnis war für die Kinder, einem kleinen „Posthorn“ Töne zu entlocken. Werner Lang, dessen Großvater und Vater viele Jahrzehnte das Hohengehrener Postamt verkörperten, erzählte und erklärte in gekonnter Art freundlich und humorvoll. Er hatte an den zwei Stunden des Vormittags manche Frage zu beantworten. Jeder junge Gast beschriftete in der Scheuer eine vom Verein gestellte nostalgische Ansichtskarte, die dann in Bälde einen Adressaten erfreuen dürfte. Trotz des kräftigen Regens auf dem Hin- und Rückweg hatte sich der Besuch für die Klassen bestimmt gelohnt. (auh)

Erschienen in den DORFNACHRICHTEN aktuell Nr. 32 / 08. August 2025

Bilder: Werner Lang


Kinoabend am 26.Oktober 2025 Ein voller Erfolg!

Am 26. Oktober war es endlich so weit: Der Vorhang ging auf und unser geplanter Kinoabend fand statt. Es war der Wahnsinn, wie viele Gäste ins Bürgerhaus strömten….

Die Stimmung war von Anfang an prima. Viele nette Menschen kamen zusammen, und schnell entstanden lebhafte Gespräche über Filme, Geschichten und persönliche Eindrücke. Es war schön zu sehen, wie sich alle austauschten und gemeinsame Interessen entdeckten. Diese guten Gespräche machten den Abend neben den Filmen noch besonderer!

Unser Team hatte alle Hände voll zu tun, weil mit diesem Ansturm hatten wir nicht gerechnet. Umso mehr freuen wir uns über die durchweg positiven Rückmeldungen, die wir erfahren durften und sich der unermüdliche Einsatz gelohnt hat.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die Teil dieses gelungenen Abends waren. Euer reges Interesse und eure Begeisterung haben den Kinoabend zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Wir freuen uns schon jetzt auf eine Wiederholung und können es kaum erwarten, bald wieder zusammenzukommen! Bis zum nächsten Mal! 🍿✨

Herzliches Dankeschön an:

…. Herrn Dr. Michael Hirschmann für die Einführung und Erläuterung zum Thema „Amateurfilme“.

…. den mehrfach preisgekrönten Filmer Herrn Karl Bosch, für seine schönen Filme zur Ortsgeschichte aus vergangenen Zeiten.

…. an alle beteiligten Vereinsmitglieder, die den tollen Filmabend ermöglicht haben.


Dorffest 19. – 20. Juli 2025 – Blitz und Donner getrotzt

Nach reiflicher Planung in den zurückliegenden Wochen war es endlich soweit! Am Freitagnachmittag und Samstagvormittag begannen etliche Mitglieder vor und in dem eindrucksvollen Bauernhaus am Marktplatz mit dem Aufbau für das zweitägige Dorffest. In der Scheune sollten Arbeitsgeräte vielfältiger Art und etliche Fotos das örtliche Arbeitsleben in der Land- und Forstwirtschaft aus längst vergangener Zeit zeigen. Für die Beantwortung von Besucherfragen standen immer kompetente Vereinsmitglieder bereit. Weitere Attraktionen waren u. a. ein bestens erhaltener Traktor der Marke Fahr oder eine voll funktionstüchtige historische nennende Nähmaschine. Auch für das leibliche Wohl war bestens an einem Pavillon gesorgt, zudem konnten Gäste lokale landwirtschaftliche Produkte erwerben. Biertische und -bänke luden zum Verweilen und Verzehr der angebotenen Speisen und Getränke ein.

Am Sonntag war eine Attraktion auf der Veranstaltungsbühne der Auftritt mehrerer Vereinsmitglieder, die in traditioneller Kleidung anstrengende Arbeiten im Wald wie Holzsägen und -hacken darstellten, untermalt mit zünftiger Musik. Anschließend wurden sie von zwei sogenannten „Waldmädchen“ mit einem Vesper verköstigt. Auch an Programmpunkte für Kinder war gedacht: Sie konnten gesägte Baumscheiben bemalen oder sich von einem stilvoll gekleideten Vereinsmitglied an der Nähmaschine kleine Fahnen nähen lassen.

Leider hatte am Samstagnachmittag der Wettergott mittels eines veritablen Wolkenbruchs kurzfristig die Stimmung gewaltig getrübt, die Schäden konnten zum Glück jedoch in kurzer Zeit weitgehend beseitigt werden. Allen anwesenden Vereinsmitgliedern hat das Mitwirken an den beiden Festtagen viel Freude bereitet, für ihr tolles Engagement sei ihnen an dieser Stelle herzlich gedankt. (auh)

Erschienen DORFNACHRICHTEN aktuell Nr. 31 vom 01.08.2025

3 Fotos: W. Lang


Nachbetrachtung zur Ausstellung historischer Hohengehrener Ansichtskarten am 15. und 16. März 2025

Foto: Harald Schickler
Foto: Werner Lang

Nach der sehr guten Besucherresonanz auf die Ansichtskartenausstellung am 14. und 15. Dezember 2024 im Gebäude Lautergasse 26 stellten sich die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins die berechtigte Frage: Kann der Erfolg wiederholt oder gar gesteigert werden? Die Frage kann mit einem klaren Ja beantwortet werden. Diesmal wurden in der ehemaligen Poststelle neben den bekannten dienstlichen Möbelstücken und Utensilien unterschiedlicher Art aus vergangener postalischer Zeit abermals viele Ansichtskarten präsentiert, nun aber mit Hohengehrener Motiven. Sie stammen zu einem großen Teil aus dem Fundus des passionierten Esslinger Sammlers Franz Kirsch. Erneut konnten auch nachgedruckte nostalgische Karten und die limitierte Jubiläumsbriefmarke (mit neuen Wertangaben) käuflich erworben werden. In und bei der Scheune sorgten Vereinsmitglieder für das leibliche Wohl, sie verkauften erfolgreich Kuchen sowie am Samstag Leberkäswecken und am Sonntag gegrillte Wurst. An einer umgebauten Piaggio Ape gab es Kaffee und Wein, und eine Floristin aus dem Ort bot Arrangements aus Frühlingsblumen an.

Trotz des wenig einladenden Wetters war der starke Zuspruch der Besucher aus den zwei Ortsteilen an beiden Tagen beeindruckend. Der Dank gilt wieder allen, die bei der Vorbereitung tatkräftig mithalfen oder in vielfältiger Form den jungen Verein unterstützten, beispielsweise mit Kuchenspenden oder Spenden für das hungrige Sparschwein. Der Erfolg ist für den jungen Verein erneut eine Ermunterung, auch zukünftig ähnliche Veranstaltungen zu ermöglichen. (auh)


Nachbetrachtung zur Ausstellung historischer Baltmannsweiler Ansichtskarten am 14. und 15. Dezember 2024

Für zwei Tage wehte vor dem Gebäude Lautergasse 26 ausnahmsweise statt der Fahne eines weltbekannten bayerischen Fußballvereins die der Deutschen Bundespost. Anlass war eine Ausstellung des hiesigen Heimat- und Geschichtsvereins in der ehemaligen Hohengehrener Poststelle. Zu besichtigen waren neben einer Fülle von Ansichtskarten mit Baltmannsweiler Motiven auch dienstliche Möbelstücke und Utensilien unterschiedlicher Art aus vergangener Zeit: beispielsweise eine Dienstuniform, Poststempel oder ein echter Briefkasten. Die Besucher konnten unter anderem nostalgische Motivkarten, die limitierte Jubiläumsbriefmarke oder einen Kalender für 2025 mit historischen Fotos erwerben. In der Scheune sorgten Vereinsmitglieder für das leibliche Wohl, sie verkauften erfolgreich Kaffee und Kuchen, Glühwein und weihnachtliches Gebäck. Auch Gestecke und Weihnachtsdekorationen wurden angeboten.

Der Zuspruch der Besucher aus beiden Ortsteilen war überaus erfreulich und ermuntert den Verein, eine solche Veranstaltung zu wiederholen. Diese findet am 15. und 16. März 2025 statt, wiederum im Alten Postamt, dann aber werden historische Ansichtskarten von Hohengehren präsentiert. Der Dank gilt allen, die bei der Vorbereitung tatkräftig mithalfen oder in vielerlei Form den jungen Verein unterstützen.

Fotos: Werner Lang

Ein Blick in vergangene Zeiten

Am Vormittag des 17. Juni. 2024 wurde für die Klasse 4 c der Grundschule am Standort Hohengehren eine wahre „Schatzkammer“ auf dem Dachboden des Schulgebäudes geöffnet. Die Absicht der Klassenlehrerin Frau Geßner und zweier Mitglieder des seit wenigen Monaten existierenden Heimat- und Geschichtsvereins war es, den Kindern einen Einblick in die Lebenswelt früherer Generationen auf dem Schurwald zu vermitteln. Das Unternehmen kann mit Fug und Recht als gelungen bezeichnet werden.

Alfred Hottenträger und Karl-Heinz Neef umringt von interessierten Schülern

Bild: Ina Geßner (Lehrerin der 4. Klasse)

Die 17 Jungen und Mädchen zeigten sich nämlich überrascht und beeindruckt von der Menge der gelagerten Gegenstände aus den Bereichen Schule, Handwerk, Landwirtschaft und Gewerbe. Sie stellten immer wieder Fragen, die Karl-Heinz Neef, Vorsitzender des Vereins, ausführlich und überaus freundlich beantworten konnte. Ein Junge wünschte sogar, in jener zurückliegenden Zeit gelebt zu haben, er wurde aber doch nachdenklich bei dem Gedanken, auf welche (vor allem technische) Errungenschaften der Gegenwart er hätte verzichten müssen. Für alle Beteiligten war der Besuch des Dachbodens und seiner Schätze ein Erlebnis, das es in Zukunft zu wiederholen gilt.                                                        

Text: Alfred Hottenträger

Erschienen am 05.07.2024 in den DORFNACHRICHTEN aktuell